Mein Weg zur Permakultur

Vor einiger Zeit hab ich mich dazu entschieden unseren Garten am Bio-Hof wieder aufleben zu lassen und mich noch mehr dem Thema Selbstversorgung zu widmen. Wo mich dieses Thema in den nächsten zwei Jahren hinführen würde, konnte ich mir zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vorstellen. Ich machte mich auf die Suche nach Fortbildungsmöglichkeiten und Kursen, die meinen Vorstellungen und Werten entsprachen. Mein erster Schritt war daher, die Suchmaschinen nach allen möglichen Themen zu durchforsten und erste Bücher zu kaufen.

Verschiedene Bücher und Zeitschriften, wie kraut & rüben inspirierten mich, hier noch weiter zu gehen. Und was mich erstmal inspirierte, wollte ich sofort in die Tat umsetzen: Ich habe die ersten Hochbeete im Garten gebaut und angepflanzt. Doch was im Sinne der Permakultur und beim Garteln noch interessanter ist, sind die Hügelbeete! Hast Du davon schon einmal gehört?

Ich stelle mir die Frage, wie ein landwirtschaftlicher Betrieb einen Mehrwert für alle bieten kann

Die Permakultur [aus dem Englischen: permanent agriculture], also permanente Landwirtschaft, meint die zukunftsfähige Gestaltung und Benutzung des Landes und des Naturraumes bis zur ganzen Erde. Die Australier Bill Mollison und sein Student David Holmgreen haben sich in den 70-ern zusammengetan,  um solche Permakultur Systeme von der Natur zu erforschen und für die Menschheit aufzubereiten. Hügelbeete sind ein Teil davon und sind wie ein Hochbeet ohne steile Einfassung, sprich schräg abfallend. Es kann beliebig bepflanzt werden und hat aufgrund des Aufbaus rund ein Drittel mehr Anbaufläche als ein Flach- oder Hochbeet.

Ich war fasziniert! Aufgewachsen auf der Bio-Landwirtschaft, war ich schon immer eher kritisch gegenüber der generellen Entwicklung von landwirtschaftlichen Betrieben oder der konventionellen Landwirtschaft. Wohin soll sich ein landwirtschaftlicher Betrieb in Zukunft hin entwickeln, um weiter zu bestehen und der Gesellschaft einen Mehrwert zu bringen? Wie kann mehr Bewusstsein für gesunde Lebensmittel geschaffen werden? In Sepp Holzers Buch „Der Agrar-Rebell“ steht es gut beschrieben, wie wichtig es ist über den eigenen Tellerrand zu schauen, die eigene Kreativität und Erfahrung zu nutzen und für mehr Bewusstseinsbildung den Menschen zur Verfügung zu stellen.

Nach all den Büchern wusste ich, ich will mit unserem Bio-Betrieb auch dort hin! Am liebsten sofort, aber das so wie es selbst die Permakultur vorsieht, funktioniert alles nur step-by-step. 😉

Meine Ausbildung & die Planung des neuen Erlebnis-Lehrpfades am Bio-Hof Ellersbacher

Mit dem Begriff Permakultur kam ich schon bald auf das richtige Kursangebot: PIA – Permakultur im Alpenraum ist das Institut für angewandte Ökopädagogik. Da ich mich für die Errichtung und Planung eines Erlebnis-Lehrpfades am Bio-Hof im generellen interessierte, meldete ich mich sogleich für den Kurs „Naturspielplätze“ an. Glücklicherweise, führte diese Anmeldung gleich zu einem Erstgespräch mit Mentorin und Kursleiterin Marlies Ortner. Eine sehr interessante und inspirierende Persönlichkeit und ich war stolz, bei ihr die Grundausbildung zum Thema Permalkultur zu absolvieren.

Anfang Februar diesen Jahres durfte ich endlich mein Zertifikat entgegen nehmen. Neben den neu gewonnenen Erkenntnissen, haben sich auch Freundschaften und ein interessanter Austausch mit den anderen Kursteilnehmern ergeben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Nun bin ich schon gespannt, welche neuen Erkenntnisse für mich in der Weiterbildung zur Fachkraft warten und wie sich der Bio-Hof Ellersbacher in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird: Die ganzheitliche Selbstversorgung am Bio-Hof und die Vereinbarkeit von Mensch, Natur und natürlichen Wachstum im Sinne der Permakultur.

Ich freue mich mit Dir und Gleichgesinnten über dieses Thema auszutauschen.

Herzlichst,
Stefan